Dr. Johann Wadephul

Aktuelle Meldung vom 25.01.2012

Bericht aus Berlin von Dr. Johann Wadephul, MdB | Erschienen am 25.01.2012 in der Eckernförder Zeitung


Antibiotika-Einsatz in der Tiermedizin minimieren

Die Internationale Grüne Woche ist wieder ein Magnetpunkt der Hauptstadt. Auch unser Bundesland ist dort mit herausragenden Produkten und innovativen Projekten stark vertreten. Die Messe bietet nebst zahlreichen Erlebnissen für Groß und Klein viele Informationen rund um Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz. Alles Themen, denen wir hohe Priorität einräumen, geht es doch hierbei um unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden.

Der Fokus richtete sich erst kürzlich auf Antibiotika-Einsatz in der Tierhaltung. Es ist natürlich ein Problem, das wir ernst nehmen und entschlossen angehen. Eine Forderung formuliere ich ganz klar: Der Einsatz von Antibiotika ist auf ein Minimum – sprich auf das therapeutisch Notwendige – zu beschränken.

Die Antibiotika-Resistenzstrategie ist bereits 2008 beschlossen worden. Wichtige Impulse sind gesetzt: Antibiotika als Wachstumsförderer sind verboten. Auch der prophylaktische Einsatz von Antibiotika ist nicht legitim. Unsere Bundesministerin Ilse Aigner sieht jedoch weiteren Handlungsbedarf, sodass ein Gesetzentwurf vorbereitet wurde, der sich jetzt in der Anhörung mit den Ländern und Verbänden befindet. Vorgesehen sind unter anderem ein erweiterter Zugriff auf die erfassten Abgabemengen von Antibiotika durch die Länder, der so eine verbesserte Überwachungsplanung ermöglicht. Für Antibiotika, die auch in der Humanmedizin besonders bedeutend sind, soll die Möglichkeit des Einsatzes in der Tiermedizin drastisch eingeschränkt werden. Human-Arzneimittel dürfen demnach künftig nur noch unter besonderen Voraussetzungen außerhalb der Zulassung in der Tiermedizin eingesetzt werden. Auch eine verbindliche Beachtung der Medikationsbestimmung ist Ziel des Gesetzes. Eine Abweichung von den Anwendungsbestimmungen wird untersagt.

Um das Problem gleich an der Wurzel zu packen, müssen wir alles dafür tun, um Krankheiten, die durch die Tierhaltungsformen ausgelöst werden, zu vermeiden. Hierzu ist geplant, Mittel aus der Gemeinschaftsaufgabe des Bundes und der Länder in der Agrarstruktur nur noch auf die besonders tiergerechte Haltungsformen zu konzentrieren und dafür die Fördersätze zu erhöhen. Auch der Forschungsschwerpunkt zu Tierhaltung und Tiergesundheit wird ausgebaut. Ich warne jedoch vor Vorurteilen gegen bestimmte Haltungsformen. Die Tiergesundheit soll in allen Ställen gezielt verbessert werden.

Wir können das Ziel der Minimierung des Antibiotika-Einsatzes erreichen - es müssen aber alle an einem Strang ziehen. Der Bund macht seine Hausaufgaben. Wir verstärken die Kontrollmöglichkeiten der Länder und verbessern die Rahmenbedingungen für die Tierhaltung. In diesem Sinne bin ich optimistisch, dass die ergriffenen Maßnahmen zur Minimierung des Antibiotika-Einsatzes beitragen werden.

Dr. Johann Wadephul

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Ihr
Johann Wadephul

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